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Der Orden
Sie fiel in eine Zeit tiefen sozialen Elends: die Gründung des Ordens der Kreuzschwestern. Einen jungen Geistlichen aus Graubünden (CH) drängte es Mitte des 19. Jahrhunderts, die Not des Volkes zu lindern: Pater Theodosius Florentini.
Die erst 40-jährige Frau Mutter stand vor einem Berg von Schulden. Zusammen mit ihren Schwestern übernahm sie die Konkursmasse und rettete das Institut. Unermüdlich nahm sie beschwerliche Reisen durch halb Europa auf sich, besuchte die Schwestern in den verschiedenen Niederlassungen, gründete Kinderheime, Schulen, Krankenhäuser, Altersheime. Wohin sie auch kam, sie verbreitete Zuversicht und mobilisierte ungeahnte Kräfte. Ihr Tod am 16. Juni 1888 war für alle Schwestern Prüfung und Herausforderung; doch der Orden vergrößerte sich zunehmends. Das Schwesternverzeichnis für das Jahr 1888 meldete 1596 Schwestern in 397 Häusern. Die meisten Schwestern wirkten in den Niederlassungen, die dem Mutterhaus direkt unterstellt waren, die übrigen in den Provinzen Böhmen, Oberösterreich, Slawonien, Steiermark und Mähren. Die zeitgeschichtlichen Krisen, Veränderungen und Umwälzungen von 1888 bis heute prägten die Entwicklung des Instituts, aber Geist und Beispiel der Gründer verloren ihre Kraft nicht. Die damals erstaunliche Erkenntnis von Pater Theodosius: "WAS BEDÜRFNIS DER ZEIT, IST GOTTES WILLE" blieb und bleibt der zeitgemäße Wahlspruch. Quelle: Schwester Renate Pia Venzin, 1986
Kreuzschwestern – regional
Schon zu Lebzeiten von Mutter Maria Theresia kamen die ersten Kreuzschwestern auf Bitten von Seelsorgern und Politikern nach Tirol und Vorarlberg. Zwischen 1870 und 1888 konzentrierten sie sich auf Schulen, Kindergärten, Armenhäuser und in Waisenasyle, um gegen die sozialen Missstände anzukämpfen. 1876 kamen sie als Krankenschwestern nach Innsbruck (heute Privatklinik Hochrum). 1904 verzeichnete die Chronik von Tirol und Vorarlberg 178 Schwestern in 30 Wirkungskreisen. In diesem Jahr wurde die Ordensprovinz Tirol-Vorarlberg mit dem Sitz in Innsbruck, später in Hall, gegründet. Die vordringliche Aufgabe der Kreuzschwestern besteht inzwischen in der Seelsorge. Gemeinsam mit Freunden und Laienmitarbeitern suchen sie in Kirche und Welt, die Zeichen der Zeit zu erkennen. Auf den Spuren ihres Ordensvaters, des hl. Franziskus von Assisi, wollen sie aus dem Evangelium leben und vielen Menschen die Frohbotschaft weitersagen.
Kreuzschwestern – international
Mehr als 5000 Kreuzschwestern leben derzeit in 12 Ordensprovinzen und drei Ordensvikariaten in Europa, Nord- und Südamerika, Afrika, Indien und Formosa. Nach dem Willen ihres Gründers sollen sie Schwestern sein, die „überall hin passen“.
Ein kurzer Überblick:
1894 beispielsweise betreten die ersten Kreuzschwestern indischen Boden. In Betthia/Nordbihar beginnen sie ihre Missionstätigkeit, die sich schließlich auf den ganzen Subkontinent erstreckt. 100 Jahre später wirken dort bereits 650 indische Kreuzschwestern, verteilt auf drei Provinzen. 1927 reisen einige Schwestern von Ingenbohl gemeinsam mit Bethlehem-Missionaren von Immensee nach Tsitsihar in die Mandschurei, wo sie segensreich wirken, bis sie 1949 der Ausweisungsbefehl aus China hart trifft. 1955 brechen erneut vier Veteraninnen der China-Mission in den Fernen Osten auf, diesmal nach Taiwan. Nach Amerika sendet Mutter M. Aniceta Regli (Generaloberin von 1906-1921) im Jahr 1912 sechs Schwestern, und zwar nach North-Dakota in den USA. 1921 folgt sie selbst nach. Merrill im Bundesstaat Wisconsin wird zum Zentrum der späteren Provinz USA. 1966 wird das Vikariat Brasilien gegründet, wo kurz zuvor einige Kreuzschwestern die vielfältige Reich-Gottes-Arbeit unter der einheimischen Bevölkerung aufgenommen haben. In Afrika stehen Kreuzschwestern europäischer Herkunft 25 Jahre lang der Bevölkerung in Bubanza/Burundi hilfreich zur Seite. Infolge des dort immer wieder aufflammenden Bürgerkriegs müssen sie Anfang 1996 das Land verlassen. Dafür wächst ein junger Trieb aus dem Stamm der Ingenbohler Kreuzschwestern in Uganda: Indische Mitschwestern beginnen 1992 mit mühsamer Aufbauarbeit. Das 1999 errichtete Vikariat erfreut sich inzwischen einheimischen Nachwuchses.
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